Wie die Wüste zum Blühen kommt

Vom 6. bis zum 9. Juli haben wir uns im Kloster Arenberg zu einer Noviziatsschulung mit dem Thema „Wüstenväter“ getroffen. Teilgenommen haben die Noviziate des Klosters Arenberg, des Klosters in Worms und wir mit unserem Noviziat in Cazis. Pater Thomas Brogl, unser Mitbruder und Provinzial der süddeutsch – österreichischen Provinz der Dominikaner hat uns mit grosser Lebendigkeit, Freude und Kompetenz in die Thematik der Wüstenväter und -mütter eingeführt. Die Mitschwestern in Arenberg haben uns verwöhnt und umsorgt! Worum ging es denn eigentlich?

Die Wüstenväter waren Mönche, die in der Wüste ein Leben der Einsamkeit, des Gebetes und der Handarbeit führten. Bei dieser Lebensweise wurden sie immer wieder mit sich selbst konfrontiert. Dabei erfuhren sie auch die eigenen Schattenseiten mit all ihren Auswirkungen. In diesen Auseinandersetzungen wurden sie zu Lehrmeistern des geistlichen Lebens und somit für viele zu Ratgebern.

Eine wesentliche Frage von den Ratsuchenden war: „Vater, gib mir ein Wort“. So sind auch wir eingetreten in die Bekanntschaft mit den Wüstenvätern. Wir haben uns mit einzelnen Sprüchen der Wüstenväter auseinandergesetzt. Eindrücklich war es, wie viel diese Mönche der ersten Jahrhundert sich an Menschenkenntnis und Gotteserkenntnis „erarbeitet“ haben. Ein erster Schritt dabei ist es, nicht vor sich selbst zu fliehen, d.h. in der eigenen Mönchszelle zu bleiben. Leicht haben wir Paralellen zu unserem Leben gefunden: welche Fluchttendenzen gibt es heute? Medien, Flucht in die Arbeit…

Tief hinter dieser Auseinandersetzung mit sich selbst steht die Frage: nehme ich mich an, so wie ich von Gott erschaffen und gewollt bin? Traue ich seiner Liebe zu mir? Gehe ich weiter an seiner Hand, um mich von ihm auf dem Weg zur inneren Heilung führen zu lassen?

Dieser Weg der Heilung führt zur Auseinandersetzung mit unseren Schattenseiten, die daraus entstehen, wenn die guten Kräfte in uns pervertiert werden. So z. B. der Zorn, der eine Kraft der Gestaltung sein kann, pervertiert aber zur Zerstörung führt. Das alles ist ganz nah an unserem persönlichen Leben zu spüren, vor allem, wenn wir in die Stille und ins Gebet gehen. Immer geht es zuerst darum zu erkennen, was in uns abläuft und sich dann mit Gottes Hilfe, konkret z.B. mit Versen der Heiligen Schrift auf den Weg zur „Reinigung des Herzens“ begibt. Das Gebet führt uns, wenn wir uns treu darauf einlassen, zu einer Wandlung. Pater Thomas hat es so schön formuliert:

„Das Gebet ist der Moment der Wandlung, Tochter, Sohn Gottes zu sein. Jeder Ort, jede Erfahrung kann dann zur Gotteserfahrung werden.“

Es war ermutigend für uns alle, sich neu auf den Weg des geitlichen Lebens einzulassen, auf Gott hin, der immer schon zu uns unterwegs ist.

Ja, und bei dieser reichen geistlichen Nahrung gab es ganz viel Schönes dazu: unser geschwisterliches Miteinander, das wunderschöne Schwimmbad, der gemeinsame Grillabend, das aufmerksame füreinander Sorgen! Wir können nur „Danke“ sagen! So beginnt die Wüste zu blühen!

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